Münstersche Zeitung 20.01.05

„In dieser Nacht heulten in den Gärten des königlichen Palastes die großen wilden Hunde mit den rot geränderten Augen und dem fahlen Fell.” Wenn eine Geschichte so beginnt, kann man gar nicht anders als weiterlesen. Oder, wie in diesem Fall, Weiterhören. Geschrieben hat die Zeilen Auguste Lechner. Und zwar schon vor zwei Jahren. In der Nacht der wilden Hunde wird ein wilder Held geboren: Alexander der Große. Lechners gleichnamiger Roman ist eine spannende Saga mit viel Schmuckwerk und Emotion, die Kindern ab zwölf Jahren Geschichte schmackhaft machen soll. Sich das ganze Vorlesen zu lassen, macht aber auch ziemlich viel Spaß. Vor allem, weil die vorlesende Stimme von Gerrit Schmidt-Foß pubertierende Mädchen ins Schwärmen bringt. Was daran liegt, dass man sich das Gesicht dazu vorstellt. Und bei Lechners gekürzter Hörbuch-Fassung kann man das immerhin 320 Minuten lang. Fünf Stunden Leonardo DiCaprio. Denn: Gerrit Schmidt-Foß ist der deutsche Synchronsprecher des Frauenlieblings aus Hollywood. Und Schmidt-Foß muss bald schon wieder ran an den Alexander-Stoff. Denn Regisseur Baz Luhrmann probiert sich - nach Oliver Stone, dessen Alexander-Film gerade in den Kinos läuft - auch an der Story des einst mächtigsten Herrschers der Welt. Nächstes Jahr soll er im Kino starten -mit DiCaprio. Mit seiner sehr unaufdringlichen, erst auf den zweiten

Lauscher erkennbaren „Caprio"-Stimme nimmt Schmidt-Foß sofort für sich ein. Eine süße Verkürzung der Wartezeit auf den Film, zumal Lechner auch ein bisschen süßlich daherkommt. Allerdings hätte man in den fünf Stunden gerne noch Zusatz info s zu lesen gehabt. Das hauchdünne Beiheft liefert da aber nicht viel. ( Sabine Müller)



Übersicht
Pressestimmen


Info

Hörprobe